
SCHWEIZER DOPPELSIEG BEIM MERCEDES-GRAND-PRIX BEIM 23. FEST DER PFERDE
Dienstag, 11.November 2008
Der Schweizer Beat Mändli ist zum vierten Mal Sieger, Titelverteidiger Hugo Simon wurde hinter Rob Raskin Sechster. Die zweitplatzierte Clarissa Crotta sorgte für den Doppelerfolg der Eidgenossen.
Der Sieger des Mercedes-Grand-Prix beim 23. Fest der Pferde in der Wiener Stadthalle heißt zum vierten Mal Beat Mändli. Der Schweizer siegte im Stechen, das zwölf Reiter erreicht haben, auf dem achtjährigen Opus PSG, den er erst heuer vom Österreicher Stefan Eder übernommen hatte, in fehlerfreien 43,95 Sekunden. Die Schweiz feierte einen Doppelsieg, denn Clarissa Crotta erreichte auf U2 ebenfalls fehlerfrei (47,59 Sek.) Platz zwei, der Brite Robert Whitaker wurde Dritter.
Titelverteidiger Hugo Simon, der als sechster Reiter in den Stechparcours gegangen war, verzeichnete auf seiner Stute Ukinda im Stechen eingangs der Zweierkombination einen Abwurf und wurde Sechster. "Ich bin zur Kombination etwas zu risikoreich hingeritten und wurde bestraft", sagte Simon. Das gleiche Missgeschick passierte auch Rob Raskin auf Simon, der unmittelbar vor dem 66-jährigen Altstar Fünfter wurde.
Fries bester Österreicher
Bester Österreicher war Christian Fries auf Lanco mit ebenfalls einem Abwurf als Vierter. "Ich bin zum dritten Mal in der Stadthalle, heuer hat es zum ersten Mal mit dem Stechen geklappt, das war ein großes Ziel", sagte der 25-jährige Grazer, der vor vier Jahren mit seinen Eltern aus Deutschland in die Heimat zurückgekehrt war.
Fries stach diesmal die Arrivierten aus, denn Thomas Frühmann auf Sixth Sense verzeichnete im Stechen sogar zwei Abwürfe und wurde hinter Stefan Eder auf Chilli van Dijk Elfter. Der dreifache Stadthallen-Sieger nahm's aber locker. "Ich bin gar nicht volles Risiko gegangen, ich weiß nicht, was beim Ochser-Aussprung aus der Kombination falsch war. Aber er hat schon so viel gewonnen und wir werden weiter gewinnen. Ich liebe ihn", sagte Frühmann über sein Ausnahmepferd.
Mändli nun gleichauf mit Simon
Für Mändli, der damit einen Mercedes B 150 im Wert von 25.665 Euro heimfahren durfte, war es bereits der vierte GP-Titel in Wien nach 2002, 2005 und 2006. Mändli hat damit mit dem bisherigen Rekordsieger Hugo Simon gleichgezogen. "Es ist ein super Gefühl, auf gleicher Höhe wie Hugo zu stehen", sagte der Gewinner des Weltcup-Finales 2007 und streute seinem Opus, der dem Schweizer Peter Schildknecht gehört, Rosen. "Er ging schon unter Stefan Eder sehr gut, er hat unglaubliches Potenzial." Mändli gab aber zu, das er auch Glück hatte. Denn er hatte als einer der ersten Reiter im Stechen kein immens hohes Tempo angeschlagen, den folgenden Reitern gelangen aber keine fehlerfreien Runden. "Ich bin sprachlos. Dass man mit so einer Runde gewinnt, da gehört auch Glück dazu", sagte der Olympia-Team-Zweite von Sydney 2000.
Bereits im Grunddurchgang, dessen zwölf Hindernisse (15 Sprünge) in 73 Sekunden zu bewältigen waren, sind u.a. Wien-Derbysieger Thomas Kleis (GER) sowie seine deutschen Kollegen Franke Sloothaak und Thomas Mühlbauer ausgeschieden. Damit war im Stechen, das im Vorjahr noch 17 Reiter erreicht hatten, kein Deutscher vertreten. Auch einer der sentimentalen Publikums-Favoriten, Evergreen John Whitaker aus Großbritannien, schaffte es knapp nicht. Er scheiterte auf Utah van Erpekom erst am letzten Hindernis.
Quelle: Die Presse