

Perfekt sitzt der Frack, es glänzt das Haar, ein kecker Blick und Max Raabe singt mit heiterer Wehmut musikalische Sahnestückchen der zwanziger und frühen dreißiger Jahre. Lieder, Schlager und Couplets. Kubanische Rumbas, fröhliche Foxtrotts und elegante Tangos. Lieder von verblüffend ernsthafter, heitermelancholischer Leichtigkeit. Die ironischen Texte treffen heute den Zeitgeist wie vor 80 Jahren.
Auch gut 20 Jahre nach Gründung des Palast Orchesters, nach unzähligen Auftritten im In- und Ausland, von Lübeck bis Los Angeles, von München bis Montreaux, verblüfft der Sänger seine Zeitgenossen mit einer phantastischen Unzeitgemäßheit.
Ganz anachronistisch und wie aus einer fremden Zeit besingt er „Dein ist mein ganzes Herz“, „Bel ami“, „Mein Bruder macht beim Tonfilm die Geräusche“ – musikhistorische Juwelen, geradezu archaisch wirkende Lieder der 20er und frühen 30er Jahre, einer lange versunkenen Epoche.