

Chapeau!
Wenn das eine Marktlücke gewesen sein soll, die anfangs einige Kritiker Roger Cicero mit seinem deutsch betexteten Swing zugewiesen haben, dann reichte sie vertikal mindestens von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen und quer von Aachen bis Frankfurt an der Oder. Kein „Ätsch“ dabei, nicht
mal gedacht. Die entsprechenden Artikel waren ja auch mit Respekt geschrieben. Und hinterher ist man immer klüger. Auch der Künstler selbst hat mit dieser Entwicklung nicht im kühnsten Traum gerechnet. Im Gegenteil – die Erwartungshaltung war nüchtern, jedenfalls bei ihm.
Es war so, als bediente Roger Cicero eine tief sitzende Sehnsucht des Publikums nach Eleganz, Glamour und Coolness. Nie sah man ein so gut gekleidetes Konzertpublikum. Es ist der Wunsch nach stilvoller Musik, der sich hier generationsübergreifend äußert. Nach einem mitreißenden Konzerterlebnis mit einer richtigen, großen Band. Nach authentischer Qualität.
Und so kam der Stein ins Rollen: Aus einer ursprünglich geplanten kleinen Herbsttour 2006 wurde schnell eine grandiose Konzertreise mit rund 80 Shows im gesamten deutschsprachigen Raum. Allein die Kölnarena in der Theaterversion mit 5 000 Besuchern - zweimal ausverkauft! Dazu dann noch zahlreiche Open Airs – unter anderem der umjubelte Auftritt beim Live Earth Konzert in Hamburg. Selbst Genre-Skeptiker mussten einsehen: Dieser Mann und diese Band sind einfach sehr, sehr außergewöhnlich!
Ciceros offenes Erfolgsgeheimnis sind seine Stimme, die den staunenden Zuschauern Glücksmomente beschert, die frischen Kompositionen und vor allem wohl die pointierten Texte, die es dem deutschsprachigen Publikum ermöglichten, sich augenzwinkernd oder sehnsüchtig über die Lieder zu freuen.
Jetzt also „beziehungsweise“. Das Album (VÖ 12.10.2007, Warner Music / Starwatch Music) erweitert die Spur, die durch „Männersachen“ angelegt wurde. Das musikalische Spektrum ist jazziger, rhythmischer, überraschender. Latinsounds von Salsa bis Samba, sogar ein Blues ist dabei. Diese Vielseitigkeit ergibt sich einfach, wenn 12 hochkarätige, kreative Musiker über ein Jahr lang in Tourbus, Backstagebereich und auf der Bühne dieselbe Luft atmen. Auch die Beziehungsebenen in den Texten sind vielschichtiger geworden.
Natürlich geht es immer noch um Mann und Frau. Aber auch Väter sind Männer, und Mütter sind Frauen. Und Freunde sind mal so, mal so. Es bleibt spannend!
Den Anfang macht die Single „Die Liste“ (VÖ 05.10.2007, Warner Music / Starwatch Music). Auch hier geht’s – natürlich – um Frauen.
Touché
Roger und die Frauen: Macho, Frauenversteher, Chauvi, Softie ...
… und für die Zeitschrift „Emma“ war Roger Cicero sogar einmal „Pascha des Monats“. Wahrscheinlich ist an allem etwas dran. Natürlich werden einige Texte aus dem neuen Album diesem Thema wieder frische Nahrung geben, gleich vornan der Single-Titel „Die Liste“. Da schleicht sich unser Macho mit Uptempo- Energie an alle die Frauen ran, die er zu einem schmachtenden Hammondorgel-Crescendo gerne mal… etwa küssen will?
Wie ist eigentlich wirklich sein Verhältnis zu Frauen: Ihn fasziniert, wie sie sich mit Leichtigkeit einer
Herausforderung entziehen oder aber stellen können, und wie schnell sie diese Entscheidung wechseln. Er genießt ihre Umsicht und Fürsorglichkeit, ihren Mutter- und Beschützerinstinkt. Aber er ist fassungslos über ziellose Shopping-Touren. Dass sie es manchmal an Logik fehlen lassen und nicht zuhören, wenn Mann ein Problem noch mal gründlich analysiert. Auf seine Freundin Kathrin trifft das selbstverständlich nicht zu.
Wie beim Vorgänger „Männersachen“, finden wir auch in diesem Album diese Stichworte wieder. Es sind die gescheiten, unerwarteten Brüche in den Texten von Frank Ramond, die die Klischees aufknacken. Emotionsverknappung statt großer Pose, sing- und swingfähige Alltagssprache, musikalisch adäquat umgesetzt von Matthias Hass.
Aber man muss aufpassen – manchmal ist es eben doch ernst gemeint. Roger Cicero hat größeren Einfluss auf die Textarbeit genommen. Besonders bei dem Titel „Ich hätt’ so gern noch Tschüss gesagt“. Da bleibt einem der Lacher von anderen Songs im Halse stecken. Er hat ihn in einem einzigen Rutsch durchgesungen, obwohl Melodie- und Stimmführung nicht ohne sind. Es ist seine Hommage an den berühmten Vater, den Starpianisten Eugen Cicero. Der Mann mit den goldenen Händen, wie er genannt wurde.
Er hatte es als Kind nicht so ganz leicht mit ihm. Der in den wenigen Tagen im Jahr, die er zu Hause war, das ganze Vaterdefizit der vergangenen und kommenden Wochen ausgleichen wollte. Eugen Cicero war ambivalent – einerseits wollte er gern, dass sein Sohn einen ordentlichen Beruf ergreift, so was wie Jurist. Andererseits ließ er keine Gelegenheit aus, Roger in die Musik von Errol Garner, Nancy Wilson oder Oscar Peterson einzuführen. Diese Lehrstunden konnte Roger Cicero zumindest ohne Gegenwehr und Trotz annehmen. „Ich hätt’ so gern noch Tschüss gesagt“ – und wohl auch gern erzählt, was in den letzten Monaten alles passiert ist.
Eugen Cicero wäre stolz gewesen. Roger Cicero könnte auch stolz auf seinen Erfolg sein, aber er bleibt bescheiden. Eher staunt er immer noch. So richtig strahlt er erst, als er von dem Geburtstagsgeschenk seiner Plattenfirma spricht: Sie hat ihm zwei Tickets zu einem Prince-Konzert in London geschenkt. Prince, sein Idol assoluta. Es sind seltene Sternstunden, wenn man mal das Glück hat, auf einer Party Rogers Interpretationen von Prince-Titeln zu hören.
Die Wandlungsfähigkeit seiner Stimme kennt keine Grenzen. Die virtuose, unangestrengte Modulationsfähigkeit von Kopf- zu Bruststimme, von tiefsamtig bis zum glitzernden Falsett ist ungehört in Deutschland. Er spielt völlig souverän mit vertracktesten Rhythmen, schafft Spannungselemente mit
riskanten Verzögerungen, spielt mit den Synkopen, mäandert um die Melodien herum, und ist mühelos wieder in der Spur der brillanten Arrangements. Roger Cicero singt in einer anderen Liga.
Die beste Band der Welt …
…so ein Superlativ gehört natürlich relativiert, aber für Roger Cicero ist seine Band wirklich die beste Band der Welt. Zu Recht. Sie ist ein weißer Rabe. Wer kann heute über so ein komplett eingespieltes Orchester verfügen? Kann man fast an einer Hand abzählen. Deshalb verdient die Band hier einige Zeilen. (Komplette Infos über die Musiker sind nachzulesen unter www.rogercicero.de).
Es ist ein echtes Team, keine Telefonkapelle, die sich für jeden Gig gagen- und terminkalenderabhängig wieder neu aufstellt. Viele der Musiker haben ihr Fach an einer Musikhochschule gelernt, einige unterrichten dort, wenn die Tourarbeit dafür Luft lässt. Man kennt sich in- und auswendig mit allen Möglichkeiten und Marotten. Man hat schon vorher in den verschiedensten Formationen miteinander musiziert. Man ahnt den Ton des Kollegen schon, bevor der überhaupt angesetzt hat. Und sie haben den Swing so authentisch verinnerlicht, dass ein Kritiker mal in etwa schrieb: „…als hätten die Musiker der Originalzeit nur mal zwischen zwei Sessions ein langes Päuschen gemacht“.
Aber wenn man genauer hinhört, wird man feststellen, dass der Sound doch anders ist. Das Blech wurde reduziert. In klassischen Big Band Besetzungen hatte man noch zwei weitere Trompeten, Posaunen sowie mindestens ein Tenorsax mehr dabei. So ein Orchester war schwergängiger. Dieser Klangkörper ist transparenter und damit ist die Musik pfiffiger und luftiger geworden. Aber die geballte Energie ist da, wenn man sie braucht.
Jeder der Musiker ist ein Typ für sich und hat seinen Freiraum in der gemeinsamen Ausgestaltung und in den Soli, aber wenn es das Arrangement erfordert, sind alle unisono auf den Punkt. Der große Hit, der Erfolg verändert zwar die Rahmenumstände, aber nicht die Chemie zwischen den Musikern. Das überträgt sich auf den stringenten, geschlossenen Klang der Roger Cicero Band.
Und das kann man wieder sehen und hören! Denn Roger Cicero & Big Band sind bereit für die große
„beziehungsweise“-Tour 2008, die über 40 Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz umfasst.
Pressezitate
Männersachen-Tournee 2007
Süddeutsche Zeitung: „Es hätte keinen besseren Eröffnungsakt für das Tollwood-Festival als Roger Cicero geben können… Das Publikum sang mit, sprang auf, tanzte, jubelte, schrie…Roger Cicero hat die Messlatte ziemlich hoch gelegt“
Kölner Stadtanzeiger: „ ….ein Feuerwerk an perfektem Entertainment… und die Band swingt wie vom
Teufel besessen“
Kölnische Rundschau: „Der Mann ist lässig, charmant, durch nichts aus der Fassung zu bringen“
Hamburger Abendblatt: „…ein swingendes Idol“
Express, Düsseldorf: „Roger tanzt über die Bühne, singt, hüpft, reißt alle mit… und dirigiert 5000 Fans im LTU-Hangar… Swing regiert die Welt“
Passauer Neue Presse: Der Mann zaubert in jedes der 2000 Augenpaare ein Leuchten, das Publikum tobt vom ersten Stück an…Der Entertainer schafft es, aus jedem Griesgram einen Sonnenschein zu mache und aus jedem Schlipsträger einen sich wild gebärenden Festival-Besucher“
Münchner Merkur: „Lässiger Typ – kreischende Fans“
Neue Westfälische: „Roger Cicero hat dem Swing in Deutschland zu einem erstaunlichen Revival
verholfen“
Westfälische Allgemeine: „Mit Frank Sinatra Hut und umwerfender Lockerheit singt Cicero derart
pointenreich von männlichen Befindlichkeiten, dass auch die Damenwelt aufhorcht.“
Nord-West-Zeitung: „Cicero und Band sind Kenner ihres Fachs und Meister des deutschsprachigen Swings, die Ihr Publikum im Handstreich nehmen… ein Programm mit Tempo, Verve und Variantenreichtum“
MonTakt: „Tournee gerät zum Triumphzug durch ausverkaufte Hallen… Er ist die Speerspitze des
eleganten, deutschen Swings“
Wormser Zeitung: „Der Swing hat wieder einen Namen. Er kokettierte mit Band und Publikum, er
schnippte und wippte und verzauberte die Wormser“
Stader Tageblatt: „Der Mann mit dem Hut verzaubert alle“